BIBLIA / Sacrosancta Testa / menti Veteris & Novi, è sacra Hebraeo / rum lingua Graecorúmque fontibus, / consultis simul orthodoxis inter / pretib. religiosissime translata / in sermonem Latinum. / Authores omnemque totius operas rationem e

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933 Zürich, Christoph Froschauer 1543. 4 Teile in 1 Band, 6 unpaginierte Blätter, 387 Blätter, 1 weißes Blatt, 98 Blätter, 114 Blätter, 19 unpaginierte Blätter, mit 1 Titelholzschnitt und 2 Holzschnittdruckermarken, 70 neunzeiligen, 6 fünfzeiligen, 1 vierzeiligen und 5 dreizeiligen Holzschnittinitialen, 2° (40,5 x 27 cm), goldgeprägter Ledereinband der Zeit auf 7 Bünden. 13000 "Bei dieser zürcherischen Bibel, die im Februar 1543 erschien, handelt es sich um den Erstdruck der von Leo Jud unter Mitwirkung von Theodor Bibliander (Zwinglis Nachfolger auf dem theologischen Lehrstuhl) und Peter Cholinus (Kolin) aus dem Grundtext der Ursprachen nach vieljährigen Studien und Vorarbeiten ganz neu ausgearbeiteten Uebertragung in die lateinische Sprache. Kurz darauf und im folgenden Jahre erschienen davon auch eine Quart- und eine Grossoktavausgabe. Alle diese Drucke sind in der Offizin Froschauer sorgfältig und sauber in Antiqua und Kursiv ausgeführt worden. Der Band umfasst drei Teile, nämlich das Alte Testament, die kirchlichen oder apokryphen Bücher und das Neue Testament. Am Schluss ist eine von Antistes Rudolf Gwalther verfasste Elegie einer Argumentation über beide Testamente beigedruckt. Dem Text gehen folgende Einleitungen voraus: eine Lobrede auf die Heilige Schrift, ein Vorwort für den Leser über die grundsätzliche Absicht dieses Werkes, eine Darlegung Huldreich Bullingers über alle Bücher der Heiligen Schrift und deren Vorzüglichkeit, und ein Aufriss des Zweckes der Heiligen Schrift. Am Ende steht ein Schriftenverzeichnis über beide Testamente. Die Apokryphen sind durch ein Vorwort von Peter Cholinus eingeleitet. Der Text wird in Marginalien reichlich erläutert. Auf dem ersten Titelblatt prangt das zürcherische Hoheitszeichen im Kranze der Ämterwappen, wohl nach der Zeichnung Hans Aspers, und die beiden andern Titel erhielten den Schmuck einer der stilvollen Büchermarken Froschauers aus der Werkstatt Hans Baldung Griens (vgl. Heitz, Büchermarken 6). Unter den aus verschiedenen Alphabeten verwendeten Bildinitialen stechen besonders die grossformatigen mit den biblischen Darstellungen von Niklaus Manuel hervor. Sonst fehlt jede Bebilderung. Die lateinische Bibelausgabe genoß sowohl in protestantischen wie in katholischen Gelehrtenkreisen hohes Ansehen; sie galt als die eigentliche Zürcher Bibel. Vatable übersetzte sie ins Französische und liess sie schon 1545 in Paris drucken, und der berühmte Bossuet benützte sie für seine Studien". (Bibelsammlung im Großmünster zu Zürich, 12). „Im Zusammenhang mit ihrer Herausgabe ereignete sich für Froschauer und die Zürcher Theologen schmerzliche Enttäuschung. In der Hoffnung, Luther sich und den Zürchern günstig zu stimmen, sandte der Druckherr ihm aus seinem Bücherladen in Frankfurt als Geschenk das eben erschienene Bibelwerk. Diese Gunstbezeugung fand aber nicht den erwünschten Beifall“ (Van Elck, Offizin Froschauer, 95). Luther, der nach dem Marburger Religionsgespräch (1529) mit Zwingli auch auf Einigungsversuche Bullingers 1538 nicht eingegangen war, bedankt sich in einem Brief an Froschauer vom 31.8.1543 für die Bibel und erkennt die Arbeitsleistung an. In der ihm eigenen Diktion weist er das Geschenk jedoch barsch zurück, weil er mit den Zürcher Reformatoren nichts zu tun haben will: „Ich hab die bibel, so ir habt mir durch unser buchfürer zugeschickt und geschenkt, und ewer halben wyß ichs üch guten danck. Aber weyl es ein arbeit ist ewer prediger – mit welchen ich, noch die kirchen gottes, keyne gmeinschaft haben kann – ist mirs leid, daß sy so fast sollend umbsonst arbeyten und doch darzu verloren syn. Sy seind genügsam vermanet, daß sy söltend von irem irthumb abstehen, und die armen leute nit so jämerlich mit sich zur hellen füren. Aber da hilft keyn vermanung, müssend sy faren lassen. Darumb dürfet ir mir nicht mer schicken oder schenken, was sy machen oder arbeiten. Ich will irs verdamniß und lesterlicher lere mich nicht teylhaftig, sondern unschuldig wüssen, wider sy beten und leeren bis an min ende. Gott bekere doch ettliche, und helfe den armen kirchen, das sy sölicher falscher, verfürerischen prediger ein mal los werden. Amen. Wie wol sy dis alles lachen, aber eynmal weinen werden, wen sy Zwingels gericht – dem sy volgen – auch finden werden. Gott behüte euch und alle unschuldige hertzen für irem gift. Amen.“ „Bullinger schreibt darüber an Vadian, daß Luther die Grundsätze der Eintracht niemals eingehalten habe; sein an Froschauer geschriebener Brief beweise zur Genüge, wie sehr er darauf bedacht sei! Er wollte Froschauer veranlassen, das Schreiben durch Druck allgemein bekannt zu machen, was dieser aber ablehnte, um den Konflikt nicht noch mehr zu schüren.“ (Van Elck, Offizin Froschauer, 95). - Dieses Exemplar mit altem Goldschnitt und breitem Rand. Sechseckiger Stern in Goldprägung auf beiden Deckeln. In Goldprägung auf vorderem Deckel: "Sors mea mortalis", auf hinterem Deckel: "Non est mortale, quod opt(o)". Rücken und hinterer Deckel mit großen Lederfehlstellen, Kanten und vorderer Deckel mit kleineren Fehlstellen. Einband berieben, Ecken bestoßen. Deckel mittels Hanfbundverbindung neu fixiert sowie mit Japanpapier stabilisiert. Gelöste Lederteile fachmännisch gesichert. Goldschnitt abgenutzt. Seiten gelegentlich fleckig und wasserrandig, am Anfang und Ende stärker. Blatt 1.335 mit kleinem Randeinriß im Kopfsteg (25 mm) ohne Textverlust. Blatt 1.19 und 1.20 mit kleinem Loch im Kopfsteg ohne Textverlust. Durchgehender kleiner Wurmgang bis Blatt 1.129 im Fußsteg ohne Textverlust. Seiteneinriss im vorderen fliegenden Vorsatz sowie in den ersten 4 Blättern fachmännisch restauriert, erste Lage neu geheftet. Restaurierungsbericht liegt bei. Der Buchblock sonst in gutem Zustand. Rudolphi 294. Vischer C 320. Adams B-1031. VD 16, B 2618. €8250.00EUR
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