Leitfaden bei der mikroskopischen Untersuchung thierischer Gewebe / Sigmund Exner,

Exner, Sigmund:

38 Breitkopf u. Härtel, Leipzig für Leipzig, Wilhelm Engelmann 1878. 2. verbesserte Aufl.; VIII, 96 S., m. 7 Textholzschnitten, Gr.-8°, HLdr. d. Zt. goldgeprägt. 390 **** Vorliegendes Werk ist eine der frühen medizinuschen Veröffentlichungen Siegmund Exners (*1846, Wien; † 1926, Wien). Exner gilt als einer der Väter der vergleichenden Physiologie, der Hirnforschung und der Wahrnehmungspsychologie aus physiologischer Sicht. Eines seiner Hauptarbeitsgebiete galt der Sinnesphysiologie mit Studien über Geruchsorgane, über die Empfindlichkeit der Netzhautregeneration, über Farbkontrast und über das Sehen der Facettenaugen. Besondere Bedeutung hatten seine Arbeiten über die Lokalisation von Verhaltensfunktionen im Gehirn, speziell seine Arbeiten zur Funktionsarchitektur der Sehrinde. Daneben finden sich Studien zur Organisation der assoziativen Verbindungen im Gehirn. Bereits 1894 publiziert einen "Entwurf zu einer physiologischen Erklärung der psychischen Erscheinungen" mit den Konzepten eines neuronalen Netzes und lokaler Lernregeln in parallelverarbeitenden Nervennetzen. Er folgerte früh, dass Denken und Bewußtsein Funktionen der Netzwerkarchitektur des Gehirns sein müssen. Als bemerkenswert und innovativ kann heute angesehen werden, dass er in einer Zeit, in der die Arbeitsweise des Gehirns im wesentlichen noch im Dunkeln lag, in seinem Publikationen bereits lokale Lernregeln in parallelverarbeitenden Nervennetzen formulierte. Auch den kulturell-künstlerischen Horizont Wiens beeinflussten Exners Arbeiten. Neben einer Studie zur ikonographischen Darstellbarkeit schwebender Figuren zählte Siegmund Exner zusammen mit Franz Scheirl und Josef Pommer zu den Initiatoren und Gründern des Phonogrammarchivs der Akademie der Wissenschaften. Exner studierte ab 1865 Medizin zunächst in Wien unter Ernst Brücke (1819-1892), und von 1867-1868 in Heidelberg unter Hermann von Helmholtz. (Cantikre). 1870 wurde er zum Doktor der Medizin promoviert und war zunächst Assistent, 1871 Privatdozent und 1875 außerordentlicher Professor am Physiologischen Institut in Wien. Am Physiologischen Institut von Franz Brücke begegnete Sigmund Freud Sigmund Exner und den Neurologen Josef Breuer, die ihn wesentlich beeinflusst haben. 1891 wurde er als Nachfolger von Brücke auf das Ordinariat für Physiologie an der Universität Wien berufen und 1897 wurde er zum k.u.k Hofrat ernannt. Er erhielt die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig und Athen. Ab 1910 war er Präsident der Gesellschaft der Ärzte in Wien. 1917 wurde er, auch auf Grund seiner Verdienste für den medizinisch-physiologischen Unterricht zum Ritter Exner von Ewarten geadelt. (Quelle: Wikipedia) / Rücken berieben, Stempel u. Sign. a. Vorsatz u. Titel. Sonst guter Zustand. €77.00EUR
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